Archiv der Kategorie: Tagebuch

Speakers‘ Corner mit Susanne Grube zur A20

Mit der Veranstaltungsreihe „Speakers‘ Corner“ sind an den nächsten Donnerstagen verschiedene Menschen und Initiativen eingeladen, ihr Thema vorzustellen und gemeinsam mit uns und unseren Gästen zu diskutieren.

Den Auftakt machte Susanne Grube vom BUND Ammerland. Sie lieferte Fakten und Hintergründe zur A20 lieferte und referierte am 1. Juli zum Autobahnneubau, der aus der Zeit gefallen scheint: Das Vorhaben zwischen Westerstede und Bad Segeberg würde auf 200 Kilometer Länge über 4.000 Hektar Fläche beanspruchen, mehr als die Hälfte der geplanten Strecke verläuft durch Moorgebiete. Verschiedene nationale und europäische Schutzgebiete würden stark beeinträchtigt und gefährdet. Auch würden Lärm, Feinstäube und weitere Emissionen zu erheblichen Mehrbelastungen von Mensch und Natur führen. Die A20 würde die Klimakrise erheblich verschärfen. Laut Bundesverkehrswegeplan 2030 würde sie zu 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich führen.

Susanne erklärte zudem, dass alleine durch den Bau der Autobahn erhebliche Mengen an CO2 freigesetzt werden, denn unberührte Moore sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume. Bundesweit werden so etwa 44 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente jährlich aus entwässerten Moorböden freigesetzt.

Gesprochen wurde auch darüber, wie man sich engagieren könne. Mit dem A20 Camp und dem Bündnis „Moor bleibt Moor“, dem der NABU, der BUND, Fridays for Future und Extinction Rebellion, Ende Gelände u.v.m. angehören wird der Protest immer lauter. Vor allem wäre es wichtig, wenn sich erst mal viele mit dem Thema befassen und auch die campact!-Online-Petition unterschreiben: Verkehrswende jetzt: Stoppt den Ausbau der A20!

Unter diesen Links erfahrt ihr mehr Hintergründe:

Am Donnerstag, den 8. Juli ab 18:00 Uhr im Polyester geht es um „Hosen runter bei der Energiewende! Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?“ mit der Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG.

Umbau im Polyester

Damit die Räume des Polyesters künftig für noch mehr Veranstaltungen, Klubabende und Begegnungen öffnen kann, wird es erweitert: Die Bar wird abschließbar, die Behindertentoilette schöner, zusätzliches Licht installiert und dekoriert – auf diese Weise wandern die Aktivitäten im großen Kommunikationsraum im zweiten OG nach unten, und wir können mit der weiteren Festvermietung unser Raumangebot erweitern. Die zusätzlichen Einnahmen fangen die Corona-Kosten auf und zusätzlich können wir Kulturraum noch effektiver nutzen. Damit wird das Polyester auch für zusätzliche Gruppen nutzbar. Wie die Modalitäten sind erfahrt ihr spätestens, wenn unser unvergleichlicher Klub nach dem Lockdown wieder öffnen darf.

gefördert durch: Oldenburgische Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen auf Beschluss des Niedersächsischen LandtagesUnd was das schönste bei dem Umbau ist: Der Polygenos entstehen nur geringe Kosten. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Oldenburgische Landschaft haben auf Beschluss des Niedersächsischen Landtages uns über das Förderprogramm für kleine Kultureinrichtungen einen Zuschuss von 3800,– Euro bewilligt und die stellen den Großteil der Kosten dar. Einige Genoss*nnen haben noch etwas gespendet und etwas steuert noch die Genossenschaft mit bei.

Unser Jubiläum: 5 Jahre Polygenos

Volles Haus mit Blackbird Poetry und Polkageist – der Auftakt am Freitagabend mit Jubiläumskonzert und anschließender Party mit den geistarbeiters kann als erfolgreicher und großer Partyspaß mit Russendisko-Schwerpunkt in die Polygenos-Annalen eingehen. Schon Blackbird Poetry schlug heftig ein, bei Polkageist gerieten die Scheiben ins Beben.

Extra-hot ging am Samstag gleich weiter – dann aber im wahrsten Sinne des Wortes. Bei super-heißem Sommerwetter begann um 15 Uhr der Tag der offenen Tür. Langsam füllte sich das Haus und zunächst waren es vor allem die Kinder, die für Stimmung sorgten: basteln, Bienen angucken und singen mit Jügen Fastje. Doch auch die Großen hatten ihren Spaß: Die Tombola der Alternativen war wieder reichlich gefüllt und es gab einiges zu gewinnen. An dieser Stelle sei allen Spender*innen noch einmal gedankt, alle anderen sollten mal auf die Liste (s.u.) schauen, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wer uns alles unterstützt und Solidarität bekundet!
Der Tag der offenen Tür war aber auch Gelegenheit für unsere Mieter*innen sich vorzustellen: Cambio CarSharing stellte spielerisch ihr Stadtteilauto-Angebot vor und die Olegeno Oldenburger EnergieGenossenschaft beantwortete alle Fragen im Besonderen zu ihrer neuen Balkon-Solaranlage – Photovoltaik für jedermann selbst auf dem Balkon. Auch die Schnittstelle war dabei und hat mit der Polygenos eine Upcycling-Werkstatt durchgeführt. Über unsere neuesten Bewohnerinnen, unser Stadtbienenvolk auf der Dachterrasse war auch einiges zu erfahren und natürlich war im Polyester wieder ein tolles Ambiente. Gedankt sei an dieser Stelle allen, die Kuchen und Obst gebacken, gepflückt und mitgebracht haben!

Mit der Gesprächsrunde zum Thema Müllvermeidung startete dann das Abendprogramm. Auf der Polyester-Bühne beeindruckte dann der Ernährungsrat mit seinem umfangreichen Netzwerk, das seit der Gründung 2017 gewoben wurde. Übrigens ist der Oldenburger Ernährungsrat der erste, der sich in Niedersachsen und der fünfte, der sich in Deutschland gegründet hat. Den Verkehrswandel in Oldenburg beschleunigen und eine verkehrspolitische Vision für unsere Stadt entwickeln, die private Initiative Verkehrswandel.de hat sich erst vor wenigen Wochen formiert und berichtete über innovative Verkehrskonzepte in anderen europäischen Kommunen. Dem Ruf nach der Politik von allen Initiativen kam die Bundestagsabgeordnete Amira Mohammed Ali (Die Linke) nach und beantwortete geduldig alle Fragen zu verschiedenen Themen, wie z.B. Verkehr, Verbraucherschutz und Genossenschaft. Überraschend dürfte für manche Besucher*innen gewesen sein, dass sie auch singen kann. Ein wunderbarer Übergang zu Improduction, die Spotantheatertruppe, für die kein Begriff zu schwierig ist, eine Szene dazu zum Besten zu geben. Abgerundet wurde das ganze mit herrlich tanzbarem Musikprogramm von Mr.5ooo und seinen Friends vom Plattenabend.

Dem Orga-Team fürs Jubiläum sei Dank für sein Engagement! Es war ein großartiges, bereicherndes und fröhliches Wochenende, das zeigt, dass wir feiern können!

 
Herzlichen Dank an unsere Tombola-Unterstützer: AusStellwerk95, Buddel Jungs, Café am Damm, Casablanca, Cine k, Ecocion, Friseursalon Dacasa, Havana, Heimathaven, Kaffee & Kleid, KNUST KOSTBAR, Die Kräuterei, Marvin’s, Polyester Klub, Samenkorn, Stadtmuseum, Terra Natura, theater hof/19, Theater Laboratorium, theater wrede+, umBAUbar, Ute Fischer & Jutta Lippok, Veggiemaid am Damm, Vitamina, VOM FASS und Weinhaus Kottkamp.

Die siebte Generalversammlung

Am Samstag, dem 27.04 2019, fand die siebte Generalversammlung der Polygenos Kulturräume eG im Hüppe-Saal des Stadtmuseums statt. Nach einem herzlichen Grußwort von Dr. Nicole Deufel, der Leiterin der Oldenburger Museen, ging es direkt hinüber in die Tagesordnung.

Karola Katzer vom Vorstand gibt eine Übersicht über Einnahmen, Ausgaben, gekündigte und neu erworbene Anteile im Geschäftsjahr 2018. Sabine Molitor vom Vorstand und der Öffentlichkeits-AG berichtet über Aktionen der AG (Wandgemälde, Sommerfest, Polygenos-Ausflug zum PLATZprojekt in Hannover, „Gute Orte im Bahnhofsviertel“ (Alternative-O-Phase), Poly-Plenum) und über Anpackeraktionen und bauliche Maßnahmen in 2018 (Befreiung des Dachs von Moos, Dachabdichtung, Vorbereitung der Wandmalaktion, Bau des neuen Getränkelagers fürs Polyester).

Die Vorstandsmitglieder Eva Rath und Amon Thein sowie Katharina Dutz als Aufsichtsrätin wurden verabschiedet. Bernd Becker wurde als Vorstand mit Schwerpunkt Bau ohne Gegenstimme neu gewählt.

Der richtungsweisenste Tagesordnungspunkt war aber sicherlich der, ob die Genossenschaft den Weg in die Gemeinnützigkeit gehen soll. Nach einer ausführlichen und kontroversen Diskussion wurde schließlich mit einer Mehrheit von 24 Ja-Stimmen, acht Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen, dass der Vorstand beauftragt wird, weitere Gespräche mit dem Finanzamt und dem Genossenschaftsverband zu führen, um den Weg zur Umwandlung in eine gemeinnützige Genossenschaft zu bereiten. Dem Einwand, dass keine Kosten dafür entstehen sollen, wird zugestimmt. Für eine endgültige Umwandlung braucht es u.a. Satzungsänderungen, denen dann eine kommende Generalversammlung zustimmen muss.

Download: Beschlussprotokoll 7. Generalversammlung (PDF, 231 KB)

Protokoll Poly-Plenum 06.03.2019

Anwesend: 13 inspirierte und inspirierende Poly-Genoss*innen

TOP 1: Soli-für-Poly Teil 2
Ein Genosse bietet die Idee an, eine weitere der schönen Soli-für-Poly-Veranstaltung anzubieten, mit inhaltlich anderem Schwerpunkt, nämlich Kurzfilme. Da hat er Erfahrung, wir sagen nur zwergWERK. Garniert mit Pausen voller Live-Musik. Das finden wir toll, da sind wir dabei.

TOP 2: Polygenos Kreativ-Werkstatt
Ein anderer aktiver Genosse hat dann eine Idee vorgestellt, die lange nicht so ausgereift ist. Er wünscht sich einen kreativen Ort, Rahmen, wo die Dinge, die sonst allein daheim passieren, vielleicht durch andere Kreative im Austausch besser werden. Und wo man/frau sich gegenseitig motiviert, bei den jeweils eigenen kleinen Projekten – insb. für das Poly-Haus –, die sich für ein paar Stunden in so eine temporäre Kreativ-Werkstatt auslagern lassen. Wie ein Shared-Office, nur kreativer, zusammener. Dazu wird er demnächst einfach einladen, es genauer erklären und einfach da sein und loslegen.

TOP3: Ferienpass-Aktion
Die Idee aus dem Februar haben wir weiter bearbeitet und Ideen gesammelt sowie einen möglichen Rahmen gesteckt. Machen wir 😉

TOP 4: Polygenos-Jubiläum
Die Koordination und Planung schreitet auch hierfür voran, Konzerte, Tag der offenen Tür, Workshops, Party – das wird ein buntes Fest.

TOP 5: Selbstverständnis Polygenos
Das Anliegen wird formuliert, unsere Genossenschaft zu umschreiben und zu positionieren in Oldenburg, in der Kultur und in der Gesellschaft. Dazu hat ein Genosse einen Textvorschlag mitgebracht, und darauf basierend werden wir das weiter erarbeiten. Fortsetzung folgt…

TOP 6: Gemeinnützigkeit
Zu guter Letzt stand das größte Projekt auf dem Plan, an dem Vorstand und Aufsichtsrat derzeit arbeiten. Eine Menge häufiger Fragen zu unserer möglichen Gemeinnützigkeit und Antworten darauf wurden vorgestellt, um den Diskussionsprozess innerhalb der Genoss*innen anzustoßen und voran zu treiben. Das hat geklappt, es wird bereits intensiv diskutiert, abgewogen, Risiken versucht zu bewerten und und und. Diese Fragen und Antworten haben die Genoss*innen inzwischen auch noch per Newsletter erhalten, am Ende entscheiden wir darüber ja auf der Generalversammlung gemeinsam – genau darum wollen wir Genossenschaft sein.

Plan – Pläne – Plenum: Poly-Plenum #3

Das dritte Poly-Plenum fand am 6. Februar statt. Wieder gab es leidenschaftlich geführte Diskussionen und einen Haufen fulminanter Impulse seitens interessierter Neu- oder Noch-Nicht-Genoss*innen. Ein herzliches Willkommen den Neugierigen, die sich auf Anhieb so begeistert eingebracht haben!

In diesem Jahr feiern wir unser fünfjähriges Jubiläum – nach einhelliger Meinung im Plenum bedeutet das nicht nur Party, sondern auch Positionsbestimmung und Ausrichtung für die Zukunft. Workshops, Impuls-Vorträge, Präsentation der Poly-Haus-Nutzer, Fenster-Theater: Es wurden zahlreiche Vorschläge gesammelt, wie ein Tag der offenen Tür aussehen könnte. Der schöne Monat Mai schien allen ein guter Zeitpunkt zu sein. Zusätzlich wurde über eine mögliche Poly-Präsenz außer Haus nachgedacht, nämlich im Rahmen des Kultursommers auf dem Schlossplatz. Da gibt es bereits einige tolle Ideen…
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Es geht weiter: Das 2. Poly-Plenum

Am 9. Januar 2019 fand das zweite Poly-Plenum im Polyester statt.

Gestartet wurde mit der Auswertung der alternativen Weihnachtsfeier: Die Organisation v.a. durch Stefan und Hildegard hat toll geklappt. Gekommen waren sehr viele Familien, die Kinder waren hochzufrieden mit den Angeboten: Basteln, Singen, Vorlesen und da sie gut beschäftigt waren, waren die Eltern auch begeistert. Auch das Abendprogramm, v.a. mit den beiden Sängerinnen, ist super angekommen. Insgesamt war die Veranstaltung besonders am Nachmittag gut besucht.
Daraus könnte nun ein Veranstaltungsformat werden, zirka alle drei Monate, natürlich jahreszeitlich angepasst. Die Genoss*innen könnten auch die Gastro mit unterstützen.

Ferner wurde die Fahrt am 2. März nach Köln zum Geisterzug (alternativer Karnevalszug) besprochen: Dagmar ließ sich entschuldigen und herzliche Grüße ausrichten freut sich aber über Mitstreiter*innen, was die Orga betrifft. Michael will sein Fahrradschiff für den Zug zur Verfügung stellen und einen LKW für günstig besorgen. Aus dem Plenum würden nach Abstimmung acht Genoss*innen mitkommen. Thorsten würde die Orga mit unterstützen.

Auch spannend: Der Vorstand berichtet vom Termin beim Genossenschaftsverband zwecks Beantragung der Gemeinnützigkeit unserer Genossenschaft. Auf dem Plenum wurden Vorteile, aber auch kritische Punkte konstruktiv und ergebnisoffen diskutiert. Die endgültige Entscheidung soll aber erst auf der Generalversammlung im April getroffen werden.

Zuletzt wurde über die Positionierung der Genossenschaft innerhalb der Stadtkultur gesprochen. Erhard schlägt vor, die Positionierung der Genossenschaft auf einer extra Veranstaltung zu besprechen. Ziel des Prozesses könnte es sein herauszufinden, wo die Genossenschaft gegenüber den anderen Kultureinrichtungen in der Stadt steht. Erhard hat da bereits ein paar Gedanken und wird sich im nächsten Schritt mit dem Vorstand abstimmen, bzw. eine grafische Darstellung erstellen.

Das Echo am Ende des Abends, dass dieses Plenum als Format genau so wie erhofft eine niedrigschwellige Möglichkeit bietet, sich neu oder wieder in unserem Haus zu informieren und einzubringen, freut uns natürlich sehr.
TOPs fürs nächste Plenum am 6. Februar: u.a. das 5-jährige Jubiläum der Genossenschaft.

Polygenos beim PLATZprojekt Hannover

Mit einer einstündigen Führung vermittelte uns Doro einen spannenden und anschaulichen Eindruck vom PLATZprojekt, das mit mehr als zwanzig Projekten und noch mehr Containern seinen Sitz im Gewerbegebiet Hannover Lindern hat. Der Verein, der übrigens so alt wie die Polygenos ist, bietet kreativen Köpfen einen selbstorganisierten und geschützten Raum zum Ausprobieren von innovativen und oft ungewöhnlichen Geschäftsideen. Dazu gehört zum Beispiel die Idee des Aquaponik, ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet, oder die Fahrradwerkstatt, die auch außergewöhnliche Drahtesel konzipiert. Unter all den tollen Eindrücken fiel uns vor allem das gemeinschaftliche Miteinander auf – neue Container werden gemeinsam ausgebaut, Werkzeuge und Arbeitskräfte werden geteilt und regelmäßig wird gemeinsam in der neu errichteten Container-Küche gekocht und gegessen. Doros persönlicher Wunsch für das PLATZprojekt ist, dass sich das Ganze immer weiter zu einem urbanen Dorf entwickelt. Mehr über die einzelnen Gruppen, Projekte und über Doro erfahrt ihr in unseren Interview. Viel Spaß beim Anhören!