Die siebte Generalversammlung

Am Samstag, dem 27.04 2019, fand die siebte Generalversammlung der Polygenos Kulturräume eG im Hüppe-Saal des Stadtmuseums statt. Nach einem herzlichen Grußwort von Dr. Nicole Deufel, der Leiterin der Oldenburger Museen, ging es direkt hinüber in die Tagesordnung.

Karola Katzer vom Vorstand gibt eine Übersicht über Einnahmen, Ausgaben, gekündigte und neu erworbene Anteile im Geschäftsjahr 2018. Sabine Molitor vom Vorstand und der Öffentlichkeits-AG berichtet über Aktionen der AG (Wandgemälde, Sommerfest, Polygenos-Ausflug zum PLATZprojekt in Hannover, „Gute Orte im Bahnhofsviertel“ (Alternative-O-Phase), Poly-Plenum) und über Anpackeraktionen und bauliche Maßnahmen in 2018 (Befreiung des Dachs von Moos, Dachabdichtung, Vorbereitung der Wandmalaktion, Bau des neuen Getränkelagers fürs Polyester).

Die Vorstandsmitglieder Eva Rath und Amon Thein sowie Katharina Dutz als Aufsichtsrätin wurden verabschiedet. Bernd Becker wurde als Vorstand mit Schwerpunkt Bau ohne Gegenstimme neu gewählt.

Der richtungsweisenste Tagesordnungspunkt war aber sicherlich der, ob die Genossenschaft den Weg in die Gemeinnützigkeit gehen soll. Nach einer ausführlichen und kontroversen Diskussion wurde schließlich mit einer Mehrheit von 24 Ja-Stimmen, acht Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen, dass der Vorstand beauftragt wird, weitere Gespräche mit dem Finanzamt und dem Genossenschaftsverband zu führen, um den Weg zur Umwandlung in eine gemeinnützige Genossenschaft zu bereiten. Dem Einwand, dass keine Kosten dafür entstehen sollen, wird zugestimmt. Für eine endgültige Umwandlung braucht es u.a. Satzungsänderungen, denen dann eine kommende Generalversammlung zustimmen muss.

Protokoll Poly-Plenum 06.03.2019

Anwesend: 13 inspirierte und inspirierende Poly-Genoss*innen

TOP 1: Soli-für-Poly Teil 2
Ein Genosse bietet die Idee an, eine weitere der schönen Soli-für-Poly-Veranstaltung anzubieten, mit inhaltlich anderem Schwerpunkt, nämlich Kurzfilme. Da hat er Erfahrung, wir sagen nur zwergWERK. Garniert mit Pausen voller Live-Musik. Das finden wir toll, da sind wir dabei.

TOP 2: Polygenos Kreativ-Werkstatt
Ein anderer aktiver Genosse hat dann eine Idee vorgestellt, die lange nicht so ausgereift ist. Er wünscht sich einen kreativen Ort, Rahmen, wo die Dinge, die sonst allein daheim passieren, vielleicht durch andere Kreative im Austausch besser werden. Und wo man/frau sich gegenseitig motiviert, bei den jeweils eigenen kleinen Projekten – insb. für das Poly-Haus –, die sich für ein paar Stunden in so eine temporäre Kreativ-Werkstatt auslagern lassen. Wie ein Shared-Office, nur kreativer, zusammener. Dazu wird er demnächst einfach einladen, es genauer erklären und einfach da sein und loslegen.

TOP3: Ferienpass-Aktion
Die Idee aus dem Februar haben wir weiter bearbeitet und Ideen gesammelt sowie einen möglichen Rahmen gesteckt. Machen wir 😉

TOP 4: Polygenos-Jubiläum
Die Koordination und Planung schreitet auch hierfür voran, Konzerte, Tag der offenen Tür, Workshops, Party – das wird ein buntes Fest.

TOP 5: Selbstverständnis Polygenos
Das Anliegen wird formuliert, unsere Genossenschaft zu umschreiben und zu positionieren in Oldenburg, in der Kultur und in der Gesellschaft. Dazu hat ein Genosse einen Textvorschlag mitgebracht, und darauf basierend werden wir das weiter erarbeiten. Fortsetzung folgt…

TOP 6: Gemeinnützigkeit
Zu guter Letzt stand das größte Projekt auf dem Plan, an dem Vorstand und Aufsichtsrat derzeit arbeiten. Eine Menge häufiger Fragen zu unserer möglichen Gemeinnützigkeit und Antworten darauf wurden vorgestellt, um den Diskussionsprozess innerhalb der Genoss*innen anzustoßen und voran zu treiben. Das hat geklappt, es wird bereits intensiv diskutiert, abgewogen, Risiken versucht zu bewerten und und und. Diese Fragen und Antworten haben die Genoss*innen inzwischen auch noch per Newsletter erhalten, am Ende entscheiden wir darüber ja auf der Generalversammlung gemeinsam – genau darum wollen wir Genossenschaft sein.

Erklärung der Vielen – Region Nordwest

Mit dieser Erklärung wollen die Unterzeichnenden den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen populistische sowie völkisch-nationale Strömungen deutlich artikulieren. Wir Kunst- und Kulturschaffende setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift.

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. Kunst wurde als „entartet“ diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen. Als Kulturschaffende in Deutschland tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist plural. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne und Programme eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft beabsichtigen umzugehen, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden. Wir als Unterzeichnende der Kunst- und Kultureinrichtungen der Region Nordwest, ihrer Interessenverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Absichten mit einer klaren Haltung:

  • Die Unterzeichnenden führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über Strategien, die die Gesellschaft der Vielen angreifen und dadurch die demokratischen Grundwerte untergraben. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Institutionen den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Diskussion.
  • Wir, die Unterzeichnenden, fördern im Sinne der Demokratie Debatten, bieten aber keine Foren für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir, die Unterzeichnenden, wehren die Versuche der Rechtspopulisten ab, Kultur für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir, die Unterzeichnenden, solidarisieren uns mit Menschen, die durch rechte Ideologien ausgegrenzt und bedroht werden.

Solidarität statt Privilegien.
Es geht um alle. Die Kunst bleibt frei!

https://www.dievielen.de/erklaerungen/region-nordwest

Plan – Pläne – Plenum: Poly-Plenum #3

Das dritte Poly-Plenum fand am 6. Februar statt. Wieder gab es leidenschaftlich geführte Diskussionen und einen Haufen fulminanter Impulse seitens interessierter Neu- oder Noch-Nicht-Genoss*innen. Ein herzliches Willkommen den Neugierigen, die sich auf Anhieb so begeistert eingebracht haben!

In diesem Jahr feiern wir unser fünfjähriges Jubiläum – nach einhelliger Meinung im Plenum bedeutet das nicht nur Party, sondern auch Positionsbestimmung und Ausrichtung für die Zukunft. Workshops, Impuls-Vorträge, Präsentation der Poly-Haus-Nutzer, Fenster-Theater: Es wurden zahlreiche Vorschläge gesammelt, wie ein Tag der offenen Tür aussehen könnte. Der schöne Monat Mai schien allen ein guter Zeitpunkt zu sein. Zusätzlich wurde über eine mögliche Poly-Präsenz außer Haus nachgedacht, nämlich im Rahmen des Kultursommers auf dem Schlossplatz. Da gibt es bereits einige tolle Ideen…
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Es geht weiter: Das 2. Poly-Plenum

Am 9. Januar 2019 fand das zweite Poly-Plenum im Polyester statt.

Gestartet wurde mit der Auswertung der alternativen Weihnachtsfeier: Die Organisation v.a. durch Stefan und Hildegard hat toll geklappt. Gekommen waren sehr viele Familien, die Kinder waren hochzufrieden mit den Angeboten: Basteln, Singen, Vorlesen und da sie gut beschäftigt waren, waren die Eltern auch begeistert. Auch das Abendprogramm, v.a. mit den beiden Sängerinnen, ist super angekommen. Insgesamt war die Veranstaltung besonders am Nachmittag gut besucht.
Daraus könnte nun ein Veranstaltungsformat werden, zirka alle drei Monate, natürlich jahreszeitlich angepasst. Die Genoss*innen könnten auch die Gastro mit unterstützen.

Ferner wurde die Fahrt am 2. März nach Köln zum Geisterzug (alternativer Karnevalszug) besprochen: Dagmar ließ sich entschuldigen und herzliche Grüße ausrichten freut sich aber über Mitstreiter*innen, was die Orga betrifft. Michael will sein Fahrradschiff für den Zug zur Verfügung stellen und einen LKW für günstig besorgen. Aus dem Plenum würden nach Abstimmung acht Genoss*innen mitkommen. Thorsten würde die Orga mit unterstützen.

Auch spannend: Der Vorstand berichtet vom Termin beim Genossenschaftsverband zwecks Beantragung der Gemeinnützigkeit unserer Genossenschaft. Auf dem Plenum wurden Vorteile, aber auch kritische Punkte konstruktiv und ergebnisoffen diskutiert. Die endgültige Entscheidung soll aber erst auf der Generalversammlung im April getroffen werden.

Zuletzt wurde über die Positionierung der Genossenschaft innerhalb der Stadtkultur gesprochen. Erhard schlägt vor, die Positionierung der Genossenschaft auf einer extra Veranstaltung zu besprechen. Ziel des Prozesses könnte es sein herauszufinden, wo die Genossenschaft gegenüber den anderen Kultureinrichtungen in der Stadt steht. Erhard hat da bereits ein paar Gedanken und wird sich im nächsten Schritt mit dem Vorstand abstimmen, bzw. eine grafische Darstellung erstellen.

Das Echo am Ende des Abends, dass dieses Plenum als Format genau so wie erhofft eine niedrigschwellige Möglichkeit bietet, sich neu oder wieder in unserem Haus zu informieren und einzubringen, freut uns natürlich sehr.
TOPs fürs nächste Plenum am 6. Februar: u.a. das 5-jährige Jubiläum der Genossenschaft.

Rette das Polyester – Stellungnahme

Ein neues Jahr hat begonnen und es wird ein ereignisreiches für die Polygenos Kulturräume eG.
Aktuell möchten wir zu dem Aufruf des Polyesters mit der Bitte um Eure wohlwollende Kenntnisnahme, Stellung nehmen.

Wie Ihr wisst, ist das Polyester nicht einfach nur ein Mieter im Poly-Haus – vielmehr liegt hier die Keimzelle für das große Projekt Polygenos Kulturräume eG. Nicht zufällig tragen wir sehr ähnliche Namen und nicht zufällig kommt in der klangvollen griechischen Silbe Poly- die Vielfalt zum Ausdruck, für die der Polyester Klub mit seinem weitgefassten Kulturprogramm genauso steht, wie die Polygenos Kulturräume eG.

Doch wenn es auch so ist, dass wir eine unserer zahlreichen Aufgaben im solidarischen Miteinanderwirken mit dem Polyester sehen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Genossenschaft und der Klub zwei verschiedene Dinge sind. Das Haus wurde gekauft und gerettet und es steckt voller Perspektiven. Aber: Wir sind auf die Einnahmen durch die Mieter*innen angewiesen – sie tragen so das Haus und die ganze Idee in besonderem Maße mit: Wir müssen darauf achten, dass unsere Kosten, die durch die Sanierung entstanden sind und entstehen gedeckt werden, auf die Miete einfach verzichten können wir nicht.

Gerade jetzt, wo durch das Plenum so viel neue Dynamik entstanden ist, auch gemeinsam mit dem Polyester, möchten wir Euch ermuntern, Euch den Aufruf von Stefan Mühlhaus zu Herzen zu nehmen.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für das noch junge Jahr 2019

Euer
Polygenos Vorstand
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Polygenos beim PLATZprojekt Hannover

Mit einer einstündigen Führung vermittelte uns Doro einen spannenden und anschaulichen Eindruck vom PLATZprojekt, das mit mehr als zwanzig Projekten und noch mehr Containern seinen Sitz im Gewerbegebiet Hannover Lindern hat. Der Verein, der übrigens so alt wie die Polygenos ist, bietet kreativen Köpfen einen selbstorganisierten und geschützten Raum zum Ausprobieren von innovativen und oft ungewöhnlichen Geschäftsideen. Dazu gehört zum Beispiel die Idee des Aquaponik, ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur verbindet, oder die Fahrradwerkstatt, die auch außergewöhnliche Drahtesel konzipiert. Unter all den tollen Eindrücken fiel uns vor allem das gemeinschaftliche Miteinander auf – neue Container werden gemeinsam ausgebaut, Werkzeuge und Arbeitskräfte werden geteilt und regelmäßig wird gemeinsam in der neu errichteten Container-Küche gekocht und gegessen. Doros persönlicher Wunsch für das PLATZprojekt ist, dass sich das Ganze immer weiter zu einem urbanen Dorf entwickelt. Mehr über die einzelnen Gruppen, Projekte und über Doro erfahrt ihr in unseren Interview. Viel Spaß beim Anhören!

Endlich Poly-Plenum

Wir laden euch hiermit herzlich ein am Mittwoch, dem 5. Dezember, um 19:30 Uhr im Poly-Haus zum ersten Poly-Plenum!

Im Poly-Plenum wollen wir uns monatlich zusammenfinden: Es soll unser neuer Treffpunkt sein, für Ideen was wir gemeinsam im Haus machen können. Ein Ort uns auszutauschen, zwischen Plausch und Diskussion und um sich über die aktuelle Situation zu informieren.

Wir haben ein Haus in der Oldenburger Innenstadt als Ort gerettet, an dem Kultur leben und atmen kann, nicht zuletzt im Polyester Klub, bei superkreativen Mietern wie Schwarzseher, Schnittstelle und vielen Musikern. Aber machen wir uns nichts vor, Luft und Liebe allein tun es nicht, der Freiraum, den wir geschaffen haben, will gefüllt werden! Wir waren und sind ein Projekt, eine Gemeinschaft, auf einer Mission.

Es gilt, dieses Haus auf allen Etagen und damit uns Genoss*innen mit mehr Leben zu bereichern. Für uns, aber auch als Botschaft. Dafür soll das Plenum ein Ausgangsort werden.Sei frei zu kommen, sei dabei, bringe Ideen und finde Inspiration – und beteilige Dich, wenn Du möchtest, an einem konkreten Projekt.

Du hast eine Veranstaltungsidee? Wir haben Raum und Mitstreiter. Du hast Ideen, unser Haus schöner, unsere Genossenschaft lebendiger zu machen? Wir sind begierig dabei, machen mit, helfen, gestalten. Du hast Lust anzupacken? Gelegenheit bekommst Du.

Alle Termine des kommenden Jahres hier