Zähler knackt Marke von 80.000 Euro

Oldenburg, 16.12.2013

  • Rund 600 Absichtserklärungen liegen vor
  • Treuhandkonto ist eröffnet
  • Leuchtschrift informiert über Kontostand

Großer Erfolg für die Unterstützer des Oldenburger Genossenschaftsprojektes Polygenos: mehr als 80.000 Euro sind bis zum Montagabend, den 16. Dezember 2013, auf dem Treuhandkonto eingegangen, welches vom Nachhaltigkeitsexperten Prof. Dr. Niko Paech verwaltet wird. Damit hat sich die Summe der eingezahlten Beträge in den vergangenen Wochen nahezu verdoppelt.

Erklärtes Ziel der Genossenschaft ist es, Gebäude am Stadtmuseum 15 in Oldenburg komplett zu kaufen. Dort soll künftig neuer Wirkungs- und Entfaltungsraum für Kultur entstehen. Bislang ist das Haus gegenüber dem Horst-Janssen-Museum der breiten Öffentlichkeit vor allem wegen des dort ansässigen Klub Polyester bekannt.

Unter großer Beteiligung von Vertretern der regionalen Medien hatte erst kürzlich eine
Pressekonferenz in den Räumen des Gastronomiebetriebs Polyester stattgefunden. Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat hatten hier über den aktuellen Stand der Gründung, die personelle Zusammensetzung sowie die weiteren Schritte auf dem Weg zum Kauf des inzwischen als „Poly-Haus“ bekannten Gebäudes informiert.

Das Gebäude in bester Innenstadtlage hat sich in den vergangenen Jahren als lebendiges Zentrum der Oldenburger Soziokultur etabliert. Es ist Szene-Treff, Probe- und Konzertspielstätte sowie Treffpunkt für Aktive aus den verschiedensten Bereichen. So wurde z.B. das sehr erfolgreiche Oldenburger Freifeld-Festival in den Räumen des Hauses geplant. Es dient u.a. auch der Filmproduktion Schwarzseher und sowie verschiedenen Bands als Domizil.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten binnen kürzester Zeit mehr 600 Personen ihre Absicht erklärt, sich finanziell an der Genossenschaft und dem Hauskauf zu beteiligen. „Aus der Not heraus“ war der Betreiber des Klub Polyester, Stefan Mühlhaus, zuvor mit seiner Lebensgefährtin auf die Idee gekommen, das Gebäude mit einer Genossenschaft zu retten. Sollte das Haus auf dem freien Markt verkauft werden, droht ein Abriss und damit auch das Ende des Klub Polyester als Szene-Treff.

Das Entgegenkommen der gegenwärtigen Eigentümer ermöglicht nun einen Kauf des Hauses durch die neu gegründete Genossenschaft. Laut Polygenos-Aufsichtsrat Prof. Niko Paech eine einmalige Gelegenheit, denn auf dem freien Markt wäre die Genossenschaft wohl chancenlos. “Wir gestalten ein Stück Stadt” fasst Vorstand Michael Geiger das ambitionierte Vorhaben zusammenInzwischen ist die Genossenschaft gegründet. Es gibt eine Satzung und Vorstand und Aufsichtsrat haben sich konstituiert. Auch die Unterlagen finden sich zur Prüfung beim Genossenschaftsverband Weser-Ems, der mit den Polygenos Kulturräumen erstmal eine Kulturgenossenschaft betreut.

Die Hilfsbereitschaft in Oldenburg ist groß: So engagieren sich viele Oldenburgerinnen und Oldenburger ehrenamtlich um Flyer zu verteilen, Informationsveranstaltungen oder Info-Material zu organisieren.- Zuletzt kam auch eine kleine Anschubförderung von der Stiftung Mitarbeit in Bonn, mit der nun zum Teil die Kosten für notwendige Materialbeschaffungen beglichen werden können. Denn trotz der ehrenamtlichen Arbeit aller Beteiligten entstehen natürlich auch in der Gründungsphase bereits Kosten.

Bereits am Freitag, den 20. Dezember 2013, plant der Vorstand der Polygenos Kulturräume-Genossenschaft einen ersten Kassensturz, um dann mit diesem Zwischenstand die Verhandlungen mit den Banken aufnehmen zu können. Die Kaufoption für die Genossenschaft endet am 31. Januar 2014.

Nach Angaben von Polygenos-Vorstand Michael Geiger sind aktuell all jene dazu aufgerufen, auf das Treuhandkonto einzuzahlen, die zuvor eine Absichtserkärung für die Genossenschaft abgegeben haben. Hintergrund: Je mehr Unterstützer der Polygenos Kulturräume zeitnah die Gelder für ihre Anteile einbezahlen, desto bessere Kreditkonditionen kann der Vorstand bis zum Stichtag aushandeln. Laut Prof. Niko Paech ist ein komplett eigenfinanzierter Kauf des Gebäudes aber das erklärte Ziel.

Aufsichtsratsmitglied Katharina Dutz von der Uni Oldenburg hat inzwischen eine große Leuchtschrift im 2. Stock des Gebäudes Am Stadtmuseum 15 initiiert. Die Schablonen hierfür hatte freundlicher Weise die Oldenburger Kartonagefabrik in Bad Zwischenahn zur Verfügung gestellt. Die Leuchtschrift informiert Passanten aktuell fortlaufend über die Höhe der eingegangenen Geldbeträge auf dem Treuhandkonto. Weiteres Wachstum wird garantiert.

Weitere Informationen zur Genossenschaft und zum Treuhandkonto finden Sie auch im Internet unter: www.polygenos.de

Web: www.polygenos.de
Facebook: www.facebook.com/polygenos

Poly-Zähler 16.12.2013: 80.100 € (Wolfgang Nowak)Bildnachweis: Wolfgang Nowak / Polygenos

Poly-Zähler 16.12.2013: 80.100 € (Wolfgang Nowak)Bildnachweis: Sven Ulrichs / Polygenos