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Polygenos – Mehr als die Rettung des Polyesters

Die Geschichte der Polygenos Kulturräume eG beginnt im August 2013: Das Gebäude „Am Stadtmuseum 15“, in dem der Klub „Polyester“ sein Zuhause hat, soll verkauft werden, Investoren stehen schon in den Startlöchern. Doch Stammgäste, Mitarbeiter*innen, Sympathisant*innen und andere engagierte Menschen wollen nicht tatenlos zusehen wie dieser besondere Treffpunkt verschwindet. Oldenburg ohne das Polyester ist undenkbar. Aus dem Wunsch, diesen Ort mit seiner besonderen Klubkultur zu erhalten, entsteht die Idee einer Genossenschaft, die das Poly-Haus kauft.

Der Gedanke, auf diesem Weg auch weiteren alternativen Kulturraum zu schaffen, begeistert viele Menschen nicht nur in Oldenburg. Innerhalb kürzester Zeit zahlen über 800 Mitstreiter*innen 275.000 € für Genossenschaftsanteile auf ein Treuhandkonto ein.

Polygenos Kulturräume eG wird am 22.01.2014 als Genossenschaft im Handelsregister eingetragen. Sie kauft das Poly-Haus. Die offizielle Schlüsselübergabe an Polygenos erfolgt am 27.03.2014.

Schlüsselübergabe 27.03.2014

Polygenos – Nomen est omen

Polygenos setzt sich aus zwei altgriechischen Wörtern zusammen:

Poly = vielfach, mehrere, viele
Genos = meist verwandtschaftlich verstandene Gemeinschaft, deren Angehörige im antiken Griechenland über einen gemeinsamen Genos-Namen miteinander verbunden waren.

Info-Café Oktober 2013In diesem Sinne hat sich mit Polygenos Kulturräume eG eine Gemeinschaft unterschiedlichster Menschen zusammengeschlossen, um Vermieter des Poly-Hauses zu werden. In verschiedenen Gruppen arbeiten Engagierte daran, die Organisationsform Genossenschaft und das Poly-Haus mit Leben zu füllen und zu entwickeln. Das reicht von der Planung der Gebäudesanierung, dem konkreten Anpacken dabei, über die Verwaltung bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.

Die alte Fassade musste dringend saniert werden. Nicht nur weil manche Gebäudeteile abzufallen drohten, auch aus energetischen Gründen entschlossen sich die GenossInnen auf der Generalversammlung im September 2015 zur Neugestaltung des Hauses.
Im August 2016 wurde die goldene Schindelfassade eingeweiht. Mit dazu beigetragen hat eine Schindelaktion: Für 30 Euro konnte virtuell eine Schindel erworben werden, frei Haus dazu gab es einen Wunsch für die Stadt. Über 6000 Euro halfen auf diesem Wege das Sanierungsvorhaben zu unterstützen.
Auch innen ging es weiter voran: Neue elektrische Leitungen wurden verlegt, sogar ein modernes Datennetz installiert, die Räume renoviert, der Brandschutz verbessert und neue Toiletten eingebaut. Die „Anpacker“ haben den Innenausbau übernommen.

Sich mit Menschen vernetzen und zu einer neuen Stadtkultur beitragen: das Poly-Haus soll zu einem Ort werden, an dem sich Ideen jenseits des Mainstreams entfalten können. Hier können Kreative und Initiativen Räume zu fairen Bedingungen mieten. Ein Kommunikationsraum kann für Ausstellungen, Projektvorstellungen, Diskussionen und Seminare genutzt werden.

Das Haus gemeinschaftlich zu gestalten und zu organisieren ist ein Prozess und eine Herausforderung, doch nur so wird jede*r zu einem prägenden Element und kann sich mit den eigenen Vorstellungen über eine zukunftsfähige Gesellschaft auseinanderzusetzen. Polygenos beschreitet dabei immer wieder neue Wege im Miteinander und in der Auseinandersetzung mit dieser Stadt.

Das ist Polygenos Kulturräume eG: